
Der Helm ist eine der wichtigsten passiven Schutzmassnahmen beim
motorradfahren. Es gibt verschiedene Bauweisen der Helme und auch
verschiedene Materalien, aus denen diese hergestellt werden. Schlussendlich
entscheidet der Geschmack, oder auch das Mottorrad, welche Bauart man
bevorzugt. Ein Classic- Fahrer wird aus Nostalgiegründen sicherlich zum
Halbschalenhelm greifen, ein Tourenfahrer nimmt gerne die sehr praktischen
Klapphelme. Allen gemeinsam ist jedoch, dass sie in unseren Gefilden dank
der Helmpflicht seit 1976 getragen werden müssen und dass sie nach ECE-Norm
22 eine Zulassung vorweisen müssen. Es gibt zwar eine Sondergenehmigung für
die sogenannten "Cromwell"-Helme, allerdings bezahlen die Versicherungen in
aller Regel nicht bei Unfall, mit der Begründung der Fahrlässigkeit.
Man unterscheidet anhand der Bauform folgende Modelle:
Halbschalenhelme, auch bekannt als "Braincap"
Hergestellt werden diese Helme aus Kunststoffen. Einerseits aus den Thermoplasten, andere aus Duroplasten. Helme aus Thermoplasten gehören zu den preiswerten Modellen, da die Herstellunsprozedur recht einfach ist und Massenfertigungen nichts im Wege steht. Allerdings ist der Alterungsprozess recht zügig und man sollte sie alle paar Jahre austauschen.
Helme aus Duroplasten werden aus Aramidfasern, Glasfaserverstärkter Kunststoff, Kohlenstofffasern oder Dyneema hergestellt und genügen materialspezifisch den höchsten Ansprüchen. Der Alterungsprozess ist wesentlich geringer als bei den Duroplasten und bei guter Pflege hat man lange Freude an seinem guten Stück.
Moderne Helme wandeln die bei einem Sturz auftretende Energie in Verformungsenergie um. Das führt dazu, dass der Helm nach einem Sturz nicht weiter verwendet werden darf, auch wenn er äusserlich unversehrt erscheint. Er wird wahrscheinlich in seiner inneren Struktur bereits zerstört sein. Deshalb sollte man ihn entsorgen und sich einen neuen zulegen. Ansonsten spielt man mit seiner eigenen Sicherheit Vanbanque.
Ein weiteres wichtiges Bauteil des Helmes ist das Visier.
Damit der Helm in den Bereichen Sicherheit und
Komfort langfristig Freude macht, empfehlen wir Ihnen besonderes Augenmerk
auf die Paßform zu legen. Jeder Helmhersteller hat unterschiedliche
Paßform-Philosophien, so wie es auch die unterschiedlichsten Köpfe gibt.
Individuelle Anpassungen können bei vielen Helmen über Wangenpolster
verschiedener Größen vorgenommen werden. Ihr Helm muß hohen
Windgeschwindigkeiten standhalten und sollte dabei Ihre Nackenmuskulatur
nicht zu stark ermüden. Er sollte Ihnen Drehbewegungen beim Umschauen auch
bei Autobahngeschwindigkeiten leicht ermöglichen. Stehen mehrere geeignete
Modelle zur Auswahl, sollte man dann die Vor- und Nachteile im persönlichen
Gebrauch genau abwägen. Idealerweise testet man den Helm bei einer
Probefahrt. Ein Helm sollte man niemals aus dem Katalog kaufen. Nur bei
persönlicher Anprobe kann das richtige Modell gewählt werden.